Warum sich UhuruTec für Open Source engagiert

Open Source ist für uns mehr als Technologie, es ist ein Ökosystem aus Standards, Communities, Unternehmen und gemeinsamer Weiterentwicklung. Deshalb engagiert sich UhuruTec im SCS-Forum, bei ALASCA und in der OSBA. Doch warum braucht es mehrere Organisationen, was unterscheidet sie und welchen konkreten Nutzen hat dieses Engagement für unsere Kunden? Ein Blick auf drei unterschiedliche Perspektiven und darauf, warum offene Technologien die Grundlage für mehr Gestaltungsfreiheit, digitale Souveränität und zukunftsfähige Cloud-Infrastruktur schaffen können.

2026-09-25 | Marion | Read: 7 min | Company News | RSS abonnieren
Engineering Blog Fallback

Warum wir uns engagieren: Drei Organisationen, eine gemeinsame Haltung

Open Source ist für uns bei UhuruTec mehr als eine Technologieentscheidung. Wir entwickeln und integrieren Open Source-basierte Cloud-Infrastruktur. Dabei erleben wir täglich, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Es braucht Standards, breites Wissen und Organisationen, die unterschiedliche Interessen zusammenbringen, um gemeinsam Fortschritt zu erreichen. Deshalb engagieren wir uns in verschiedenen Organisationen rund um Open Source unter anderem im SCS-Forum, bei ALASCA und in der Open Source Business Alliance (OSBA).

Auf den ersten Blick könnte man fragen: Warum braucht es gleich mehrere Organisationen? Was unterscheidet sie voneinander? Und welchen konkreten Beitrag leisten sie jeweils für Unternehmen wie UhuruTec? Die Antwort liegt in ihren unterschiedlichen Perspektiven und Aufgaben.

Open Source braucht mehr als guten Code

Open Source bedeutet zunächst, dass Software offen zugänglich ist und gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Doch damit daraus ein nachhaltiges und leistungsfähiges Ökosystem entsteht, braucht es mehr als Quellcode. Es braucht Räume, in denen Unternehmen und technische Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten, Standards weiterentwickeln und Erfahrungen teilen können. Und es braucht eine starke Interessenvertretung, die die Perspektiven von Open Source in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einbringt. Genau hier setzen SCS-Forum, ALASCA und OSBA mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Für uns sind sie deshalb keine Alternativen zueinander, sondern Ergänzungen.

SCS-Forum: Standards und Interoperabilität

Was ist das SCS-Forum?

Das Forum SCS-Standards ist innerhalb der Open Source Business Alliance (OSBA) für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung des Sovereign Cloud Stack verantwortlich. Es wurde zum 1. Januar 2025 eingerichtet, um die Ergebnisse des SCS-Projekts nachhaltig abzusichern und weiterzuentwickeln.

Was ist die Aufgabe?

Zu den Aufgaben gehören die kontinuierliche Weiterentwicklung der SCS-Standards, die Definition und Weiterentwicklung von Zertifizierungsprogrammen sowie die Durchführung von Zertifizierungen. Gleichzeitig fördert das Forum den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Community rund um die SCS-Standards durch Hackathons, Webinare und Zertifizierungen und Workshops.

Warum ist UhuruTec dabei?

Für UhuruTec ist das SCS-Forum eng mit unserer täglichen Arbeit verbunden. Wir entwickeln und integrieren Cloud-Infrastruktur auf Basis von Open Source. Dabei sind offene Standards und nachvollziehbare Anforderungen eine wichtige Grundlage für interoperable und praxistaugliche Lösungen. Deshalb wollen wir nicht nur vorhandene Standards anwenden, sondern unsere Erfahrungen aus realen Projekten zurück in das Ökosystem geben und an ihrer Weiterentwicklung mitwirken.

Unser Beitrag: Praxiserfahrung, technische Expertise und die Verbindung zwischen SCS-Standards und konkreten Kundenanforderungen an Interoperabilität, Wechselfähigkeit und Auditierbarkeit.

ALASCA: Offene und betriebsfähige Cloud-Infrastruktur

Was ist ALASCA?

ALASCA ist der „Verband für betriebsfähige, offene Cloud-Infrastrukturen e. V.“. Der Verband entwickelt Open Source-Technologie für Cloud-Infrastrukturen und stärkt damit digitale Souveränität.

Was ist die Aufgabe?

ALASCA entwickelt konkrete, betriebsfähige Open Source-Technologien für Cloud-Infrastrukturen. Gleichzeitig schafft der Verband Rahmenbedingungen für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern und darüber hinaus. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Projekte, Hackathons, Webinare und Tech-Talks.

Warum ist UhuruTec dabei?

Wir wollen Open Source nicht nur einsetzen, sondern aktiv an seiner Weiterentwicklung mitwirken. Unsere Projekte und konkreten Kundenanforderungen zeigen, wo bestehende Technologien weiterentwickelt, verbessert oder praxistauglicher gemacht werden können. Denn Open Source lebt für uns vom Prinzip der Zusammenarbeit: Nicht jedes Unternehmen muss jedes Problem allein lösen. Wissen, Erfahrungen und technische Lösungen werden geteilt, gemeinsam weiterentwickelt und so für ein breiteres Ökosystem nutzbar gemacht.

Mit unserem Engagement bei ALASCA wollen wir genau dazu beitragen: Wir bringen Praxiserfahrung aus Cloud-Infrastrukturprojekten ein, diskutieren technische Fragestellungen mit anderen Beteiligten und arbeiten gemeinsam an offenen, betriebsfähigen Cloud-Technologien.

Unser Beitrag: Praxiserfahrung aus realen Cloud-Projekten, technische Mitarbeit und die gemeinsame Weiterentwicklung offener Cloud-Infrastruktur.

OSBA: Interessenvertretung für Open Source

Was ist die OSBA?

Die Open Source Business Alliance (OSBA) ist der Verband der Open Source-Industrie in Deutschland. Sie vertritt ihre Mitgliedsunternehmen und setzt sich dafür ein, die Bedeutung von Open Source Software und offenen Standards für den digitalen Wandel sichtbar zu machen.

Was ist die Aufgabe?

Die OSBA vernetzt Unternehmen und Organisationen aus dem Open Source-Umfeld und arbeitet mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammen. Ein Schwerpunkt ist die Förderung von Open Source und offenen Standards, unter anderem mit Blick auf öffentliche Beschaffung sowie die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Souveränität.

Warum ist UhuruTec dabei?

Auch für UhuruTec entstehen durch politische und regulatorische Entscheidungen konkrete Rahmenbedingungen für die alltägliche Arbeit und für die Entscheidungen unserer Kunden. Deshalb möchten wir unsere Perspektive als Open Source-Unternehmen in diese Diskussion einbringen. Gleichzeitig ist für uns der Austausch mit anderen Unternehmen wichtig, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Unser Beitrag: die Perspektive eines jungen IT-Unternehmens, das Open Source-Technologien entwickelt, integriert und für konkrete Infrastruktur-Lösungen einsetzt.

Drei Organisationen, drei Aufgaben

Die Unterschiede lassen sich vereinfacht so zusammenfassen:

SCS-Forum ALASCA OSBA
Schwerpunkt Standards und Zertifizierung Offene Cloud-Infrastruktur und Zusammenarbeit Wirtschaft, Politik und Interessenvertretung
Zentrale Frage Wie können SCS-Standards weiterentwickelt und Qualität gesichert werden? Wie können offene Cloud-Infrastrukturen gemeinsam entwickelt und weiterentwickelt werden? Welche Rahmenbedingungen brauchen Open Source und seine Unternehmen?
Ebene Technische Standards & Zertifizierungen Technologie & Ökosystem Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Beitrag von UhuruTec Praxiserfahrung und Mitarbeit Erfahrungsaustausch und gemeinsame Weiterentwicklung Unternehmensperspektive und Interessenvertretung

Zusammenarbeit statt Einzelinteresse für mehr Durchsetzungskraft

Die drei Organisationen setzen an unterschiedlichen Stellen an, verfolgen dabei aber ein gemeinsames Ziel: ein offenes, tragfähiges und zukunftsfähiges Open-Source-Ökosystem zu gestalten. Dafür braucht es unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Standards schaffen gemeinsame technische Grundlagen und ermöglichen Interoperabilität. Communities und Organisationen bringen Unternehmen und technische Akteure zusammen, fördern den Austausch und treiben die gemeinsame Entwicklung voran. Verbände vertreten die Interessen der Open-Source-Wirtschaft und bringen ihre Perspektiven in wirtschaftliche und politische Diskussionen ein.

Keine dieser Ebenen deckt alle Anforderungen alleine ab. Erst im Zusammenspiel entsteht ein belastbares Ökosystem, in dem technologische Entwicklung, praktische Anwendung und die notwendigen Rahmenbedingungen ineinandergreifen. Für uns verbindet sich damit eine zentrale Frage: Wie können wir digitale Infrastruktur so gestalten, dass Unternehmen und Organisationen langfristig handlungsfähig und unabhängig bleiben? Offene Technologien können Abhängigkeiten reduzieren, offene Standards Interoperabilität ermöglichen und Zusammenarbeit bündelt  Wissen und schon Ressourcen. Gleichzeitig schafft eine starke Interessenvertretung die Voraussetzungen dafür, dass die Bedeutung von Open Source auch in wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen angemessen berücksichtigt wird.

Wir engagieren uns auf allen drei Ebenen mit dem Ziel, Open Source nicht nur einzusetzen, sondern seine technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Unser Verständnis von Open Source

Wir verstehen Open Source deshalb nicht als Gegensatz zu professioneller und wirtschaftlich tragfähiger Technologie. Im Gegenteil. Open Source ermöglicht ein anderes Modell der Zusammenarbeit und Wertschöpfung: Technologien werden nicht ausschließlich innerhalb eines einzelnen Unternehmens entwickelt und kontrolliert, sondern können von einem größeren Ökosystem weiterentwickelt werden. Denn unsere Kunden brauchen vor allem eines: Handlungsfähigkeit und Wahlmöglichkeit.

Wie unsere Kunden von Open Source profitieren

Open Source ist für unsere Kunden mehr als eine Alternative zu proprietärer Software. Es schafft die Grundlage, Cloud-Infrastruktur wirtschaftlich, bedarfsgerecht und unabhängig weiterzuentwickeln.

  • Wirtschaftliche Flexibilität: Der Wegfall proprietärer Lizenzkosten für Open-Source-Komponenten reduziert Lizenzabhängigkeiten. Statt für vorgegebene Funktionspakete zu bezahlen, können Unternehmen ihre Infrastruktur gezielt auf den tatsächlichen Bedarf ausrichten. Kosten für Hardware, Betrieb, Support und Weiterentwicklung bleiben dabei bestehen.
  • Technologische Freiheit und Business-Stabilität: Offene Schnittstellen und Standards ermöglichen es mehreren spezialisierten Anbietern, gemeinsam an einer Plattform zu arbeiten. Unternehmen können Partner wechseln, Know-how aufbauen und ihre Infrastruktur kontinuierlich weiterentwickeln, ohne vollständig von den Entscheidungen eines einzelnen Herstellers abhängig zu sein.
  • Moderne, modulare Infrastruktur: Cloud-native Technologien wie Kubernetes bilden eine Grundlage für die automatisierte Bereitstellung und den Betrieb von Infrastruktur und Anwendungen. Die Plattform lässt sich auf individuelle Anforderungen und Geschäftsprozesse zuschneiden, statt unnötige Module und Funktionen mitzukaufen.
  • Sicherheit und Datenhoheit: Transparenter Quellcode ermöglicht technische Überprüfungen und unterstützt die Umsetzung individueller Sicherheits- und Compliance-Anforderungen. Gerade in regulierten Branchen sind Datenkontrolle, nachvollziehbare Prozesse und eine souverän betreibbare Infrastruktur entscheidend.
  • Open Source bedeutet Gestaltungsfreiheit: Unternehmen gewinnen Spielraum bei Kosten, Technologieauswahl, Betrieb und Weiterentwicklung und können ihre Infrastruktur an ihren Geschäftsanforderungen ausrichten, statt ihre Prozesse den Vorgaben eines Anbieters unterzuordnen.

Vom Konsument zum Mitgestalter

Für uns ergibt sich daraus auch große Verantwortung. Wer Open Source einsetzt, kann sich nicht nur auf die Rolle des Konsumenten beschränken.  Wir wollen Erfahrungen zurückgeben, technische Diskussionen mitgestalten, Standards vorantreiben und uns dort einbringen, wo die Zukunft von Open Source-Infrastruktur diskutiert und entwickelt wird. Denn ein offenes Ökosystem funktioniert nicht allein dadurch, dass Software frei verfügbar ist. Es ist nur erfolgreich, wenn Unternehmen und Menschen bereit sind, Zeit, Wissen, Erfahrungen und Ideen einzubringen.

Eine gemeinsame Haltung

Am Ende geht es für uns um eine einfache Grundhaltung: Wir wollen Infrastruktur nicht nur konsumieren. Wir wollen sie mitgestalten. Das betrifft die technische Ebene genauso wie Standards, Communities und politische Rahmenbedingungen. SCS-Forum, ALASCA und OSBA stehen dabei für unterschiedliche Perspektiven zu einem gemeinsamen Thema: die Frage, wie wir offene, interoperable und zukunftsfähige digitale Infrastruktur zukunftssicher gestalten können.

Diese Haltung prägt unsere gesamte Arbeit bei UhuruTec und ist in unserem Slogan festgehalten:
Your data? Your infrastructure!

Warum wir darüber schreiben?

In der zweiten Episode von ALASCA OpenSnac ging es um die Rolle verschiedener Open-Source-Organisationen und um die Frage, wie sie Unternehmen, Communities und die Rahmenbedingungen für Open Source mitgestalten. Das Gespräch mit Kai Martius und Miriam Seyffarth war für uns Anlass, unser eigenes Engagement einzuordnen und der Frage nachzugehen, warum wir uns als UhuruTec in unterschiedlichen Organisationen engagieren.

Bei unserem Auftritt auf der Smart Country Convention 2026 wird dieses Engagement ebenfalls sichtbar. Wir freuen uns auf den persönlichen Austausch über Open Source, gemeinsame Initiativen und konkrete Praxiserfahrungen – und darüber, wie sich offene Technologien gemeinsam in zukunftsfähige, souveräne und praxistaugliche Cloud-Infrastrukturen übersetzen lassen.

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